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Das Bibliotheksprojekt für Sideia - Frag Biene!

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Nach langer Zeit melde ich mich nun wieder hier. Nach langer Zeit entstand auch endlich das Projekt, welches ich im Januar schon vor Augen hatte: Wir möchten Sideia eine Bibliothek stiften. 
Seitdem ich körperlich wieder in Europa bin (schon fast zwei Monate....meine Güte...), denke ich viel an meine SASTI-Schülerinnen. Es beschäftigt mich sehr, dass die Schule sich stets in einer schwierigen finanziellen Lage befindet und dass das Geld gerade so für das Essen und die Instandhaltung der Gebäude ausreicht. An Bücher ist überhaupt nicht zu denken, denn zu kaufen gibt es sie dort sowieso nicht, und welche zu bestellen wäre für die Schule teuer und aufwendig. Deshalb kam ich mit meinen Freundinnen Amelie Rehm und Katharina Kiock auf die Idee, ein Bibliotheksprojekt für Sideia zu starten. 
Dieses Projekt nennt sich "Frag Biene" und hat bereits eine eigene Website!
Wir glauben, dass die Mädchen durch die Lektüre von Kinder- und Jugendliteratur sehr viel lernen können. Dafür steht auc…

Abschied

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Am Montag, den 20. Juli, fand meine offizielle Verabschiedung von der SASTI-Familie statt. Schon am Tag zuvor hatte ich ein Ausgangsverbot für den ganzen Vormittag erhalten (und hockte dann in meinem Zimmer und räumte auf, was ich die ganze Zeit vor mir hergeschoben hatte) und von den Schwestern im Konvent ein großartiges Abschiedsmittagessen serviert bekommen. Aber das Schönste und am meisten Bewegende war wirklich diese Verabschiedungsfeier. Mitten aus dem ersten Unterrichtsblock (und ja, ich hab am letzten Tag noch unterrichtet) wurde ich herausgeholt und ins Konvent gebracht, wo mir einige Mädchen von den Trobriand-Inseln dabei halfen, ihre traditionellen Kleider anzuziehen. Es dauerte locker eine Stunde und machte sehr viel Spaß! Als ich endlich fertig angezogen und geschminkt war, wurde ich zur Schule in den Speisesaal geführt (das Wetter war nämlich eher mäßig). Dort folgte ein wunderbares Programm mit dramatischen Tänzen, unendlich vielen Geschenkübergaben, Reden und Tränen. A…

Wieder in Görlitz

Ja. Nun.  Meine Zeit ist leider ebenso wie mein Visum abgelaufen, deshalb musste ich PNG nach einer wunderbaren und berührenden Verabschiedung von allen Menschen dort verlassen. Am Sonntag, den 26. Juli erreichte ich nach einer abenteuerlichen Reise über Brisbane und Doha den Flughafen in Frankfurt, fuhr mit dem Zug bis Görlitz und begab mich in Quarantäne. Mein Corona-Test fiel negativ aus, weshalb diese nun wieder aufgehoben ist, aber auf Anweisung des Gesundheitsamtes muss ich mich weiterhin vorsichtig verhalten.  Ich weiß ehrlich gesagt noch immer nicht, wo mir der Kopf steht, deshalb kommen definitiv noch ein paar Nachträge und Danksagungen, aber an dieser Stelle möchte ich mich schonmal ganz herzlich bei allen bedanken, die auf intensive Weise an meiner "Rückholaktion" beteiligt waren (die sich wegen gestrichener Flüge, Einreisebestimmungen und ablaufender Visa sehr kompliziert gestaltete!) beteiligt waren, allen voran meiner Familie und dem Reisebüro Wakiya Tours! Ohne …

Aber sonst gesund

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(Der einzige Grund für den Titel besteht darin, dass ich beim Verfassen einen Ohrwurm von diesem Lied hatte...)
In der letzten Zeit ist (wie immer) viel los bei uns. Die zweitägigen Exerzitien des Lehrkörpers zur Enzyklika "Christus vivit" waren sehr schön! Wir versammelten uns stets im Coffeeshop und wurden auf diese Weise geistig und körperlich gut genährt.
Zu meinem Geburtstag bekam ich massenweise Geschenke und Karten UND zwei äußerst leckere Kuchen! Die Blumen nahmen gut zwei Drittel unserer Kapelle ein (irgendwo musste ich sie ja hinstellen!)
Außerdem veranstalteten wir einen großen Rechtschreibewettbewerb, der sich äußerst amüsant gestaltete und bei dem ich mit einer großen Glocke herumlief und die Zeit ansagte.
Ansonsten verabschiedet sich mein Handydisplay und ich kann nicht mehr ordentlich tippen, deshalb wird dieser Beitrag eher kurz.
Wie dem auch sei - zurzeit beenden wir unsere eine Ferienwoche, während der ich trotzdem unterrichtet habe, denn bedauerlicherweis…

Kultur der Dankbarkeit

Ich habe das Gefühl, in Europa ist zu einem gewissen Grad der Sinn für Dankbarkeit verloren gegangen. Der Dankbarkeit für die kleinsten Dinge und Gaben!
Deshalb möchte ich heute einige Aspekte der Dankbarkeit aufschreiben, die ich hier in Sideia Mission und der Umgebung beobachten konnte. Das ist KEINE wissenschaftliche Studie, sondern mein persönlicher Eindruck.

Inzwischen empfinde ich es fast schon als alltäglich, aber am Anfang meiner Zeit hier bin ich vor Erstaunen fast umgefallen, als sich die Schülerinnen bei mir nach dem Unterricht für die Stunde bedankten. Nach jeder Stunde! In jeder Klasse! Soetwas wäre mir an meiner Schule nie in den Sinn gekommen. Und dann bedanke ich mich auch als Lehrerin bei den Mädchen für die Zeit. Es hat tatsächlich eine Auswirkung auf das Unterrichtsklima, wenn allen klar ist, dass wir nicht hier sind, weil wir müssen, sondern weil wir die Zeit gemeinsam produktiv verbringen möchten.
Auch wenn gemeinsam gearbeitet wird, bedanken sich alle gegenseiti…

Die Zeugnisausgabe

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Am Freitag, den 26. Juni fand unter dem Titel " The brightness of God glorifies our destiny"  (Der Glanz Gottes verherrlicht unsere Bestimmung) die 51. Zeugnisausgabe von SASTI statt.
Bereits um vier Uhr morgens wurde der Strom angeschaltet und letzte (hektische) Vorbereitungen begannen. Ich war für die Bilder verantwortlich, rannte hin und her und fotografierte die Dekorationen und die Mädchen auf dem Weg zur Kirche. Die Messe war sehr schön und feierlich! Alles hat gut geklappt, die Lesungen, mein Psalmsolo auf der dreisaitigen Geige (die E-Saite fehlt nun bereits seit einigen Wochen, und falls sich jetzt jemand fragt, warum ich keine Ersatzsaite parat habe - es WAR die Ersatzsaite, die mir irgendwann ins Gesicht gesprungen ist. Aber passt schon, auf drei Saiten kann man auch noch ganz gut spielen.), die Predigt und der dramatische Auszug.
Nach der Messe sollte es zehn Minuten Pause geben, die sich ein bisschen ausdehnten. Während dieser Zeit aß ich im Büro freudig zahlre…

Regenzeit und NC- Programm

Es ist Juni. Und es regnet. Tatsächlich regnet es nichtmal die ganze Zeit über, aber das Wetter ist vollkommen unvorhersehbar. Das Haus ohne Regenschirm zu verlassen ist die größte Torheit, welche ich jedoch regelmäßig begehe. Mal ehrlich, wenn die Sonne auf dich runterknallt und kein einziges noch so kleines Wölkchen am Himmel zu sehen ist, dann lässt du den Regenschirm im Konvent. Und bereust es zehn Minuten später, wenn es plötzlich gießt, als hätten sämtliche Seraphim vergessen, die Wasserhähne abzustellen. Das Wetter wechselt unglaublich schnell! Während ich diese wenigen Zeilen schrieb, hat es schon zweimal mit Unterbrechung geregnet. Aber diesmal hab ich den Schirm griffbereit. Ha!
Der Regen hat natürlich auch andere Auswirkungen als meine Beschwerden über fehlende Regenschirme. Der ganze Boden ist aufgeweicht und wenn ich in der Kirche ankomme, ist meine Kleidung von hinten komplett mit Schlamm besudelt, der beim Laufen von den Slippern nach oben katapultiert wird (weshalb ic…