Posts

Es geht weiter!

Bild
Inzwischen hat uns auch hier in PNG der "lockdown" erreicht - seit dem 24. März gibt es weder internationale noch nationale Flüge, die Geschäfte lassen Menschen bloß noch in kleinen Gruppen hinein und die Schulen wurden für zwei Wochen geschlossen.  Allerdings ist die Situation nicht allzu dramatisch. Es gab einen nachgewiesenen Corona-Fall in der Stadt Lae. Der betroffene Spanier wurde inzwischen nach Australien geflogen und bisher sind keine weiteren Fälle bestätigt worden, es gibt nichtmal Verdachtsfälle. Der lockdown bleibt vorerst dennoch bestehen.  Uns auf der Insel betrifft das noch weniger. In unserer Provinz Milne Bay gibt es keine Fälle.  Weil viele der Mädchen einen sehr weiten Weg nach Hause hätten, würde es auch nichts bringen, die Schule ganz zu schließen. Unser Vorteil besteht eben darin, dass wir doch recht weit weg vom Festland entfernt sind; die Fahrt in die Stadt ist gerade auch nicht gestattet. Deshalb wurden jetzt zwar die Ferien vom April um zwei Woche…

Was nun?

Es ist wohl an der Zeit, dass ich mich nun zu diesem weltweiten Objekt der Diskussionen äußere - dem Corona-Virus.
Natürlich erreichten uns seit einiger Zeit ein paar Nachrichten, und als der Virus Vietnam und Europa erreichte, bekamen wir davon erst recht viel mit, aber auch da erhalte ich die Nachrichten ja bloß, wenn ich mal auf den Steg gehe, was höchstens einmal pro Woche vorkommt (und auch dann erreichen mich längst nicht alle Nachrichten, das Netz geht da sehr selektiv vor).
Tatsächlich war ich mir der dramatischen Lage bis gestern noch nicht allzu sehr bewusst, und so vernahm ich mit Besorgnis, dass bis auf mich fast alle VIDES-Freiwilligen aus Deutschland und Österreich sicherheitshalber aus ihren Einsatzländern zurückkehren mussten.

Nach einiger Überlegung und Konsultationen habe ich aber für mich beschlossen, dass ich hierbleiben werde.
In Papua-Neuguinea gab und gibt es zwar vereinzelte Verdachtsfälle, allerdings nur in der Hauptstadt Port Moresby und in Rabaul, wo sich d…

Unverheiratete Achtzehnjährige

Heute möchte ich zur Abwechslung mal von einem Aspekt der Kultur in Papua-Neuguinea berichten. Inzwischen bin ich ja schon seit über sechs Monaten hier, deshalb habe ich Einiges mitbekommen (wenngleich auch nur einen Bruchteil der verschiedensten Kulturen und Traditionen, denen die Mädchen angehören).
Doch es gibt einige verbindende Elemente, die sich in fast jeder Kultur in Milne Bay....und über die Grenzen unserer Provinz hinaus finden.
Dazu gehört beispielsweise die frühe Heirat. Mit 18 noch nicht verheiratet zu sein (wie ich und die meisten meiner Schülerinnen) ist keinesfalls der Durchschnittsfall.
Um die Gründe dafür zu erklären, möchte ich mit der allgemeinen Rolle der Männer und Frauen anfangen. Ich beziehe mich dabei vorwiegend auf unsere Provinz Milne Bay und das, was mir die Menschen über sich erzählt haben, was mir andere Missionare und Missionarinnen erzählt haben und was ich selbst beobachten konnte.

Traditionell kümmern sich die Frauen um die Erziehung der Kinder und d…

Willkommensfeier

Am Samstag, den 29. Februar, fand die Willkommensfeier des St. Anne's Skills Training Institute statt. (Warum erst nach der vierten Schulwoche? Weil es eben gedauert hat, bis alle wieder da sind, und jede soll die Willkommensfeier genießen können!)
Schon am Tag vorher fehlte die HÄLFTE meiner Commercial-Cookery-Schülerinnen im Unterricht, weil sie bereits mit Backen und Kochen beschäftigt waren.
Am Samstag dann nahmen wir aufgrund des passenden Wetters auf der einen Wiese unter zwei Mangobäumen Platz und das Programm begann. Jede Klasse hatte einen Tanz vorbereitet, auch einige Reden wurden gehalten, ich spielte was auf der Geige vor (Notiz an mich selbst: ich sollte mir mein Programm NICHT erst im Moment ausdenken, in dem ich aufgerufen werde. Zum Glück spielt hier außer mir niemand Geige, deshalb fiel keinem auf, dass ich das Violinkonzert von Accolay drastisch verkürzte). Der slowakische Bruder führte (ohne Musik und mit einem Regenschirm anstelle einer Axt) einen traditionell…

Neuheiten ( z. B. neugierige Ziegen)

Es tut sich Einiges im Sideia Mission Center. In unserem Konvent wird renoviert, was unerträglich lauten Lärm verursacht. Andererseits war es wirklich nötig - der Wasserhahn in der Küche funktionierte bloß noch ab und zu! Auch das Gebäude der Grundschülerinnen wurde wegen der hohen Einsturzgefahr geschlossen. Termiten haben in den letzten 50 Jahren so ziemlich ALLES an Holz aufgegessen, was sie darin finden konnten. Deshalb werden die Betten jetzt in die Mess Hall verfrachtet....was natürlich keine Dauerlösung ist, aber im Moment sieht es alternativmäßig eher schlecht aus.
Ansonsten hat endlich mal jemand eine Brücke über meinen Lieblingsgraben gebaut. Es ist nämlich so, dass die Klassenräume von drei Klassen etwas abseits liegen, man braucht etwa fünf Minuten vom Konvent aus - es sei denn, man nimmt die Abkürzung. Diese allerdings führte bisher über ein schmales Brett etwa anderthalb Meter über einen drei Meter tiefen Abgrund, in welchem bei Regen das Wasser abfließt. Da ich leider …

Aktualisierter Tagesablauf und Rückkehr zum Alltag

(Ich hab es nicht so mit Überschriften...)
Nun ist bereits die zweite Schulwoche vorüber und viele Mädchen sind wieder angekommen. Pro Klasse fehlen durchschnittlich drei, aber mit dem Unterrichtsstoff haben wir inzwischen angefangen, denn ob die Nachzüglerinnen überhaupt zurückkommen, ist unklar. Leider passiert es ab und zu, dass sie sich in die Ferien verabschieden und dann nicht wiederkommen. Die Gründe dafür sind verschieden - manchen fehlt es punktuell an Motivation, was sie bedauerlicherweise dazu veranlasst, die Schule abzubrechen und wieder im Dorf zu leben, andere werden schwanger oder/und heiraten und bleiben ebenfalls in ihren Dörfern. Das ist sehr schade, und die meisten von ihnen bereuen das laut ihrer Klassenkameradinnen ein paar Jahre später bereits, wenn sie aber schon mit zwei Kindern und Mann an ihren Platz im Clan gebunden sind.
Doch glücklicherweise gibt es ja viele Mädchen, die zurückgekommen sind und sich große Mühe geben! Mein Stundenplan ist in diesem Quartal…

Die erste Schulwoche

Am 3. Februar begann unser neues Schuljahr. Das bedeutet aber nicht, dass schon alle Mädchen am letzten Wochenende auftauchten! Von unseren 270 Schülerinnen waren bis Montag etwa 70 angekommen, bis Samstag wurden es nun 170. Auf den Rest warten wir noch! Viele haben einen sehr langen Schulweg, der bis zu einer Woche dauern kann, andere kommen bloß aus der Stadt. Interessanterweise waren die Mädchen mit dem LANGEN Schulweg eher da! Tatsächlich ist es so, dass viele es mit dem pünktlichen Schulbeginn nicht so genau nehmen. Das erschwert unsere Arbeit insoweit, dass wir mit dem Unterricht nicht wirklich anfangen können, wenn die Hälfte der Klasse fehlt. Laut der bereits Anwesenden drücken sich die Nachzügler meist vor dem Aufräumen und Rasen mähen....das allerdings lassen wir ihnen übrig, wenn sie dann kommen!
Zurzeit bin ich deshalb viel damit beschäftigt, im Sekretariat das Geld der Mädchen entgegenzunehmen. Seit diesem Schuljahr muss nämlich erstmals in der Provinz Schulgeld gezahlt …